Erbrecht Weblaw / Jusletter Jusletter · Art. 469 ZGB

Testamentsauslegung nach dem Willensprinzip (favor testamenti)

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Kurzfassung

Bei unklaren Formulierungen in eigenhändigen Testamenten gilt das Willensprinzip: Massgebend ist der wirkliche Wille des Erblassers im Zeitpunkt der Errichtung; öffentliche Beurkundung verhindert kostspielige Auslegungsprozesse.

Typische Streitpunkte bei eigenhändigen Testamenten

In der juristischen Fachliteratur (Jusletter / Weblaw) wird regelmässig aufgezeigt, dass eigenhändige Testamente oft juristische Begriffe wie „Erbeinsetzung“, „Vermächtnis (Legat)“, „Nutzniessung“ oder „Vorerbschaft/Nacherbschaft“ verwechseln.

Vorrang des wirklichen Erblasserwillens

Nach dem erbrechtlichen Willensprinzip (Art. 18 OR analog i.V.m. Art. 469 ZGB) sucht das Gericht zwar nach dem mutmasslichen wirklichen Willen der verstorbenen Person – bis ein solches Verfahren jedoch abgeschlossen ist, bleibt der Nachlass oft jahrelang blockiert.

Gesetzesartikel: Art. 469 ZGB Art. 483 ZGB Art. 484 ZGB
Praxis-Tipp

Bedeutung für die Praxis

In letztwilligen Verfügungen und Erbverträgen ist strikt zwischen einer Erbeinsetzung (Art. 483 ZGB, Stellung als Mitglied der Erbengemeinschaft mit Solidarhaftung) und einem Vermächtnis/Legat (Art. 484 ZGB, rein obligatorischer Herausgabeanspruch) zu unterscheiden, um Auslegungsstreitigkeiten und Verzögerungen bei der Ausstellung der Erbbescheinigung zu vermeiden.

Quelle Weblaw AG · Jusletter & Schweizer Digital-Rechtsmedien
Referenz Jusletter · Art. 469 ZGB
Datum 21.08.2026
Rechtsgebiet

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