Beim Kauf von selbstbewohntem Wohneigentum im Kanton Bern sind die ersten CHF 800'000 des Kaufpreises von der Handänderungssteuer befreit (Ersparnis bis CHF 14'400). Das Stundungsgesuch muss zwingend mit der Grundbuchanmeldung eingereicht werden.
Voraussetzungen für die Steuerbefreiung im Kanton Bern
Nach Art. 11a HGStG BE können Erwerberinnen und Erwerber bei der Grundbuchanmeldung die Befreiung von der Handänderungssteuer auf den ersten CHF 800'000 der Gegenleistung (Ersparnis bis CHF 14'400 bei 1.8 % Steuersatz) beantragen, sofern das Grundstück als Hauptwohnsitz mindestens zwei Jahre lang ununterbrochen persönlich bewohnt wird.
Zwingende Fristen und Nachweispflicht der Käuferschaft
Das Gesuch um Stundung und nachträgliche Steuerbefreiung muss zwingend gleichzeitig mit der Grundbuchanmeldung in der Selbstdeklaration gestellt werden (Verwirkungsfrist nach Art. 17a HGStG BE). Nach Ablauf der zweijährigen Wohndauer hat die Käuferschaft gegenüber dem Grundbuchamt innert eines Jahres selbständig den Nachweis des ununterbrochenen Hauptwohnsitzes zu erbringen (Art. 17b HGStG BE).
Bedeutung für die Praxis
Wer beim Kauf von selbstbewohntem Wohneigentum im Kanton Bern vom Steuerfreibetrag auf den ersten CHF 800'000 profitieren möchte, muss die Stundung in der Selbstdeklaration zwingend gleichzeitig mit der Grundbuchanmeldung beantragen (Art. 17a HGStG BE). Nach Ablauf der zweijährigen Wohndauer liegt es in der Eigenverantwortung der Käuferschaft, dem Grundbuchamt innert eines Jahres unaufgefordert den Nachweis des ununterbrochenen Hauptwohnsitzes einzureichen (Art. 17b HGStG BE).