Handlungsbedarf bei Bilanzverlusten
Das Gesetz (OR) verpflichtet den Verwaltungsrat zum Handeln, wenn sich die finanzielle Lage verschlechtert. Passivität kann zur persönlichen Haftung führen.
1. Hälftiger Kapitalverlust (Art. 725a OR)
Zeigt die letzte Jahresbilanz, dass Aktiven abzüglich Schulden die Hälfte des Aktienkapitals und der gesetzlichen Reserven nicht mehr decken, muss der Verwaltungsrat unverzüglich eine Generalversammlung einberufen und Sanierungsmassnahmen beantragen.
2. Überschuldung (Art. 725b OR)
Wenn die Forderungen der Gläubiger weder zu Fortführungs- noch zu Veräusserungswerten gedeckt sind, muss der Verwaltungsrat eine Zwischenbilanz erstellen und prüfen lassen. Bestätigt sich die Überschuldung, muss grundsätzlich der Richter benachrichtigt werden, es sei denn, es liegen Rangrücktritte vor.